Montag, Januar 08, 2007

who(m) can you trust? (2) Wissen ist Schutz

"Die Kinder lernen heute ja gar nichts mehr, die arbeiten ja nur am Computer" Kennen Sie diesen Satz auch?
Fakt ist jedoch nach wie vor: Was Menschen nicht kennen, dem stehen Sie skeptisch gegenüber, haben zumindst ein wenig Angst. Egal ob es sich hierbei um fremde Kulturen , Techniken oder Gegenstände handelt. Kennen Sie jedoch aus eigenem Erleben und eigenen Umgang diese Kultur, Technik oder Gegenstand, dann weicht schnell die (Berührungs)Angst, die Skepzis aber bleibt zumindest anfänglich.
Bei der Arbeit mit dem Computer, (ob im Internet oder auch nicht) ist es ähnlich: Je öfter und je tiefgrüdiger sich damit beschäftigt wird, um so sicherer wird der Benutzer im Umgang. Das Erlernen des Arbeitens am Computer ist durchaus vergleichbar mit dem Erlernen des Laufens eines Kindes, oder das Fahradfahren-Lernens. Es gibt hierbei nur einen kleinen aber sehr wichtigen Unterschied: Laufen und Fahradfahren sind in zuerst einmal einfache motorische Fähigkeiten, Computer und Internet dagegen komplexe technische Systeme, ohne eigene soziale Kompetenz und Bindung. Computer sind einfach dumm, sie tun genau das, was Menschen Ihnen vorgeben (oder in Programmen schon vorgaben), Ihre soziale Kompetenz drückt sich einzig und allein aus, in der sozialen Kompetenz der sie benutzenden Menschen (User). Schon von daher, kann der Umgang mit Computern nicht früh genug begonnen werden zu erlernen, beendet sein wird dieser Prozes aber nie, so lange es Computer gibt und diese auch weiter entwickelt und damit noch komplexer werden.
Auch hier greift die Initiatve "Deutschland sicher im Netz" derzeit etwas zu kurz, da die unabdingbare Notwendigkeit des lebenslangen Lernens nicht ausreichend mit einbezogen wird. So ist es in der Praxis daher nicht verwunderlich, das Initiativen wie der "Internetführerschein" nicht weiter geführt werden, modulare Computerkurse in der Erwachsenenqualifizierung zeitlich mehrheitlich auf 14 Tage beschränkt werden und dann auch in diesen Kursen, der völlig unbedarfte 50-jährige Anfänger neben dem arbeitslosen IT-Spezialisten sitzt. Undifferenziertheit in der Auswahl ist wohl auch hier ein wesentliches deutsches Qualitätsmerkmal. Es macht sich halt marketingmäßig besser.
Wesentlich mehr Mühe in der Differenzierung der Kursteilnehmerauswahl geben sich hier offenbar die Volkshoschulen mit ihren EDV-Bildungsangeboten, deren Qualität ebenso unterschiedlich ist, wie die Qualität der Kurse zum damaligen "Internetführerschein".
Die folgenden Links enthalten Tipps zum "Learn more by yourself":
Opa, das kannst Du auch! Mein Enkel erklärt mir den Computer
Sicherheit im Internet, m. CD-ROM als gedruckte und gebundene Version
Sicherheit im Internet - als Freebook auch zum downloaden
BR-Online
Europäischer Computerführerschein - Komplettes und standartisiertes Schulungsangebot

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