Donnerstag, Juli 12, 2007

Kinder - freundlich und Sozial kompetent

Demografisch ist der Bestand der (ost)deutschen Bürgerseele in Gefahr, nicht nur in Eisenhüttenstadt sondern auch andernorts. Deutschland vergreist zunehmend und Brandenburg entvölkert sich, das stellten in den vergangenen Wochen und Monaten nicht nur Wissenschaftler dokumentarisch fest, nein sogar unsere Potsdam/Berliner-Lenkungs-Crew. Aber man(n) -und letztlich (bio)logisch Frau- tut durchaus etwas dagegen. Es werden in bestimmten Bevölkerungskreisen wieder mehr Kinder gezeugt und in aller Regel nach ca 9 Monaten auch geboren.
Zumeist betrifft es die soziale Gruppe der nichtarbeitenden Bevölkerung. Vielleicht liegt es wirklich auch daran, das dieses Klientel die vorhandene Tageszeit auch ex- wie intensiv für diese Art "Geschäft" nutzt. Am Ende jedenfalls bleibt immer ein Mehr an Erziehungsarbeit für die wieder Eltern gewordenen, zumeist jedoch leider vor allem Mütter, die auch aus dem Grunde keine andere Arbeit finden, weil sie ja Mutter sind.
Die kompetenteste Art von Hilfe und Unterstützung durch staatliche Stellen, so würde der unbedarfte vermuten, erhält ein solcher Bürger durch sogenannte Sozial-Ämter oder, im Falle Eisenhüttenstadts im Landkreis Oder-Spree gelegen, vom "Amt für Grundsicherung".
Diese Art von kompetenter Unterstützung erfuhr eine Mutter von drei Kleinkindern, die sich derzeit in freudiger Erwartung weiteren Nachwuchses befindet, auch von der für sie zuständigen Mitarbeiterin des besagten Amtes mit den Worten: "statt den ganzen Tag nur rum zu bumsen und Kinder zu zeugen, sollten sie sich mal gefälligst arbeiten scheren!" Ihre Anfrage auf Zustimmung zum Umzug in eine grössere, und vor allem bei Regenwetter nicht in eine sich zur Tropfsteinhöhle verwandelnden EWG-Wohnung, wurde mit diesen besagten Worten erst einmal abgeschmettert. Auch dem Vater der Kinder, welcher als Nachtkurierfahrer tätig ist, riet dieses Amt: " sich zur Abwechslung mal nicht am Tage faul auf der Couch auszupennen sondern statt dessen mal arbeiten zu gehen." Die Kompetenz unserer steuerbezahlten Bürger-Dienstleister in Sachen sozial (im Sinne von Gemeinschafts-) Denken und Kinderfreundlichkeit sollte hiermit wohl zur Genüge bewiesen und dokumentiert sein.

Einen total gegensätzlichen Handlungsansatz aber fand ich heute im knapp 30Kilometer entfernten Frankfurt (Oder). Die Kleist-Stadt profiliert und positioniert sich ja offenbar immer besser als ostbrandenburgischer Technologiestandort mit Perspektive. Nicht nur der Arbeitskräftehunger der Solarfirmen ist derzeit ungesättigt, auch andere Dienstleister haben noch immer unbesetzte Arbeitsplätze und suchen vor allem auch junge Mitarbeiter. Allein über 150 unbesetzte Arbeitsplätze gibt es bei den beiden IT und e-Commerce-Dienstleistern Walter-Telemedien (BewerberHotline: 0335-284 813 13) und D+S europe (BewerberHotline: 0800-033 323 1). Beide Unternehmen haben am Standort im Frankfurter Ortsteil Markendorf derzeit schon über 1000 Mitarbeiter beschäftigt und wollen noch weiter wachsen. Sie gehen einen in Eisenhüttenstadt derzeit nicht vorzufindenden Weg: Im besagten Gewerbegebiet wollen beide Firmen offenbar den bei Ihnen beschäftigten jungen Eltern die Option eines eigenen Kindergartens ermöglichen. zumindest gibt es entsprechende Umfragen unter den dort Beschäftigten.
Letzgenanntes ist in der Stahlarbeiterstadt wohl in absehbarer Zeit nicht denkbar und dürfte die Attraktivität zum Hierbleiben für junge Menschen weiter absenken.

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