Montag, März 03, 2008

DSL - Breitband verändert

Von wegen alt und kein Interesse für Internet und PC! Manchmal habe ich eher den Eindruck: je älter je interessierter.
Im aussterbenden ostbrandenburgischen Eisenhüttenstadt jedenfalls ist in den vergangenen Monaten einiges in Bewegung geraten. Der weisse Fleck im Breitbandatlas Brandenburgs mit der Postleitzahl 15890 hat Farbe bekommen. Die Ursache ist simpel: Die digitale Spaltung der Stadt ist durch die Investitionen des Kabelnetzbetreibers PrimaCom quasi aufgehoben worden. Plötzlich konnte sich auch der rosa Riese bewegen und schaffte noch Kurz vor Jahresende die Versorgung für einige Gebiete, die durch den Kabelnetzbetreiber erst im ersten Quartal 2008 versorgt werden sollten. So ist derzeit selbst im alten Fürstenberg an der Oder DSL verfügbar. Hier liegt derzeit der Schwerpunkt für den Abriss von Wohnungen in der Stadt, die Politik nennt dieses Modell ja Stadtumbau - Ost. Nun ja, von der Platte eben zur blühenden Landschaft
Von daher gibt es nur selbst hier, wo die Zahl der Abwanderer noch immer grösser ist als die der Zuzüge, ein Markt der Breitband-Möglichkeiten entwickelt. Es ist somit nicht all zu verwunderlich, das in vielen Haushalten der alte PC aufgerüstet und Internet-tauglich gemacht wird. Wer möchte schon verweilen, wenn der Nachbar im Datenrausch versinkt und beinahe täglich über neue Dinge zu berichten weis, von denen sonst nur die Kinder, Enkel und Urenkel zu berichten wussten?
Selbst beim Shopping in den Einkaufzentren der Stadt merkt man das. Wo früher nur Vorwerk- und ADAC-Vertreter an mobilen Verkaufsständen um neue Kundschaft buhlten, tun es heute 1und1; Arcor und Alice. Aber auch die hiesigen Vermieter und die Immobilienmakler haben die Zeichen erkannt: "Grundstück erschlossen und DSL der T-Com verfügbar" oder "Wohnung mit Kabelanschluss für Internet, Telefon und Fernsehen" lauten die neuen Anzeigen. DSL ist also auch hier durchaus Standortfaktor geworden.
Die Verfügbarkeit DSL verändert offenbar auch die Treue zum rosa Reisen. Selbst Kunden der T-Com die vor Jahren noch auf Ihr "Telefon von der Post" schwörten lassen sich derzeit bei der PrimaCom beraten, wie es denn sei mit dem Internet aus der Fernsehdose und sie unterschreiben dann einen Vertrag, der ihnen genau das bringen soll: Internet und Telefon und Fernsehen aus einer Dose an der Wand und mit nur einer Rechnung zum Festpreis im Monat.

Kommentar veröffentlichen