Montag, März 31, 2008

Wie viele IP braucht die Welt? Fragen, Fragen, Fragen....

Auf it-recht-kanzlei.de las ich einen Artikel, der die Frage aufwarf: Wieviele IP brauchen wir?
Wenn man sich mit einem Computer in das Internet einwählt, dann erhält der Computer für den Zeitraum seiner Internetverbundenheit eine IP, unter welcher er in dieser Zeit eineindeutig zu identifizieren ist. Beendet ein Computer seine Verbindung mit dem Internet, so ist seine zuvor verwendete IP frei und kann einem anderen Computer für gleiche Zwecke bereitgestellt und von diesem auch genutzt werden. Bei den meisten von Menschen benutzten Computern ist das so, da die IP dynamisch vergeben und verwaltet werden, denn die vorhandenen IP-Pools der Provider reichen nicht aus, um jedem Computer oder Menschen eine IP als Lebenslanges mit Ihm verbundenes Identifikationsmerkmal im Internet zu zuweisen.
In der deutschen wie auch der US-Amerikanischen Rechtssprechung und Strafverfolgungspraxis, wird eine IP in Zusammenhang mit dem Nutzungszeitpunkt als eineindeutiges Identifikationsmerkmal gewertet. Das ist auch durchaus sinnvoll und aus Sicht der Art und Weise der Verwendung und Zuweisung nicht unlogisch. Es führt aber keineswegs automatisch zu einer 100% eineindeutigen Identifizierung des Computers (und des ihn in diesem Moment nutzenden Menschen). Nun wird die IP-Adresse aber zunehmend in diesem zusammenhang als personenbezogenes Datum gehandelt. Was wiederum durchaus Logisch ist, da ja in aller Regel wohl Menschen Computer nutzen, die sich in das Internet einwähle und dort Seiten besuchen, verlassen, Mails schreiben und versenden und so weiter. Derzeit scheint diese Betrachtung so auch noch aufzugehen. Wenn aber -wie künftig zu erwarten ist- immer mehr technische Geräte ansich schon Internetverbindungen benützen und auch Menschen mit mehreren Geräten gleichzeitig via Internet verbunden sind, dann werden vorhandene IP-Pools nicht nur immer knapper.
Eine IP als solche, ohne den Zusammenhang von Nutzungsdzeitpunkt und Nutzungsdauer, als personenbezogenes Datum ansich schon zu werten, und damit auch deren Speicherung und Verarbeitung, dürfte schnell zu einer weiteren Verkanppung der Ressource IP führen und somit auch zur Ware IP, die sicherlich der sich dann leisten kann, wer kann und die wirtschaftliche Macht hat.
Es stellt sich durchaus hier die Frage: Sollte nicht jeder Mensch eine zu seiner Person eindeutig zuordenbare IP erhalten? Dann wäre eine IP ein wirklich personenbezogenes Datum. Siegt dann, wer das Geld und damit das wirtschaftliche Potential, sich eine IP zu erkaufen? Was passiert mit jenen, die in das Internet wollen, aber keine IP zugewiesen bekommen können, weil der Provider über keine freien IP-Pool-Resourcen mehr verfügt? Werden wir Menschen von der Teilhabe am Interrnet ausschliessen müssen? Aber auch: Müssen wir alle Daten, die wir Menschen sammeln können auch immer wirklich sammeln, speichern und verarbeiten? Müssen wir bei aller Datensammelwut, auch immer wirklich Rückschlüsse auf reale Personen schliessen wollen und können? Überwachen wir uns derzeit damit quasi permanet selbst? Brauchen wir Monopole, die wir in dieser Sache durchaus ja haben?[
ja die Welt ist eine google] Müssen wir wirklich unbedingt erfahren, was die Welt im Innersten zusammenhält?

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