Montag, Mai 12, 2008

Ausgesperrt nach Verkauf oder wie bringt man einem Abrechnungssystem das (mit)Denken bei?

Seit dem 29. April etwa, plagt den einen oder anderen AOL-Nutzer das Problem, daß er über AOL keine SMS mehr versenden und kleine Musikdownloads mehr machen kann. Die Meldung: "Sie sind für die Premiumdienste nicht frei geschalten" ist für diese Nutzer zumindest verwirrend und so gibt auch die angebotene Hilfe: "Eventuell haben sie noch keine Bankinformationen hinterlegt" wenig Ansatz zur Lösung des Problems, denn man ist ja seit Jahren AOL-Nutzer und AOL bucht auch immer ab.
Durch die Trennung des AOL-Portal- und Premiumgeschäftes vom Accessgeschäft in Europa, ist Ende April2008 die Trennung auch in den Abrechungsfragen vollzogen worden. Wer zuvor im Jahr 2007 seinen ehemaligen kostenpflichtigen AOL-Account auf kostenlose Nutzung und Verzicht einer AOL-Einwahlmöglichkeit umstellen ließ, ist von diesem Phänomen nicht betroffen. Mit der endgültigen Schließung des ENOC in Luxemburg zum April 2008 aber, wurden offenbar den noch verbliebenen AOL-Kunden, die in der Zwischenzeit zur deutschen TelekomItalia-Tochter Alice Zwangsgewechselt wurden, der "AOL-Abrechungshahn" zugedreht. Die in den ehemaligen ENOC-Datenbanken hinterlegten Billigdaten dieser Kunden sind zwar an das Abrechnungssystem von HanseNet übermittelt worden, aber offenbar gleichzeitig gesperrt für eine Nutzung durch das eigene AOL-Billigssystem. Aus der Sicht der Datenbank und des Billingsystems auch korrekt: HanseNet rechnet nun den Kunden ab und nicht mehr AOL.
Was aber, wenn der Kunde mittlerweile nicht mehr Kunde bei der hübschen Alice ist, dennoch aber den kostenlosen AOL Account weiterhin benutzt und SMS sowie Musikdownload von AOL nutzen will? Was aber mit jenen, die an Alice immer brav bezahlen, weil Alice Ihnen ja den Zugang auch bereit stellt? Das AOL-eigene Billigsystem sagt dem Kunden [der ist ja Alice-Kunde] nun: "Nöö, Dich kenn' ich nicht (mehr)" , während der sich keiner Schuld bewußt ist und [ja, die Welt ist Schlecht] die nette Italienerin zur Hölle wünscht.
Nun, Menschen machen Fehler und Datenbanken die sind manchmal richtig stur, wenn sie das [mal nur] machen, was Menschen Ihnen zuvor aufgaben. Fehler -auch solche- sind korrigierbar, das aber dauert, wenn alles übern großen Teich geregelt werden muß

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