Freitag, Mai 23, 2008

korrekt bis auf den letzten Cent - koste es, was es wolle

Buchhalter haben ja den Ruf, auf den "Pfenning hochkannt sich zu setzen" und "wahrhaftigen schottischen Geiz" zu besitzen. Offenbar gilt dies nicht für alle Mitglieder dieses Berufsstandes, aber Ausnahmen bestätigen wohl auch hier die Regel: Korrekt bis in das Knochenmark zu sein, ist wohl doch erst einmal alles.
Offenbar ist der Pfennig -oder besser der Cent- mehr Wert als die Zufriedenheit des Kunden oder Wirtschaftlichkeit von Billingprozessen - so jedenfalls kann man die Entscheidung von Unternehmen wohl nicht deuten, wenn Kunden Mahnungen über 0,01 Euro bzw. auch Gutschriften über 0,02 Euro erstellt werden. Man ist halt korrekt, auch wenn es für den Kunden und das Unternehmen finanziellen Mehraufwand bedeutet: Die Mahnung über 0,01 Euro [1Cent] verursacht Buchungs~ und Billingscontrollkosten im Unternehmen, die gewiss wesentlich höher sein dürften [in der Regel liegen diese bei 3,00 bis 4,00 Euro, womit die Einbringung der Forderung einen Verlust von 2,99 bis 3,99 Euro bedeutet] - Wirtschaftlichkeit?? Die Überweisung an einen Kunden in Höhe 0,02 euro [2Cent] verursacht neben den Buchungskosten im Unternehmen auch Buchungskosten auf Kundenseite: durchaus 0,25 Euro je Buchung und damit einen eigentlichen Verlust von 0,23 Euro. Wird jemand, der für den Erhalt seines Geldes einen etwa 11 mal höheren Geldbetrag aufwenden muß, zufrieden sein?? Er wird wohl eher bereit sein, auf den Geldbetrag zu verzichten.
Ich kann es mir im Ergebnis der nun vergangenen Woche jedenfalls nicht verkneifen, deutsche buchhalterische Korrektheit in Frage zu stellen, weil sie manchmal zumindest Verlust bedeutet. Korrektheit bis ins (deutsche) Knochenmark ist wohl doch nicht immer wirtschaftlich angebracht und der Kundenzufriedenheit förderlich

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