Montag, Mai 19, 2008

Mehr Reichtum für die Reichen, mehr Armut für die Armen

Wieder eine mal ist es raus: 13 Prozent der Deutschen gelten als arm, weitere 13 Prozent sind es nur deshalb nicht, weil sie Sozialtransfergelder [Stütze] erhalten. Nun kann es jeder nachlesen - nur was wird es nützen?
Zuerst einmal Transparenz. Die Reichen werden reicher, die nicht reichen nicht etwa auch, sie werden in aller Regel ärmer. Folge: Die Reichen können reicher werden, denn es gibt mehr die ärmer werden. Die zu verteilende Masse ist in etwa gleich geblieben, hat sich nur unwesentlich erhöht. Es ist weiterhin wie zu Zeiten des alten Rom: Wenige genießen die Früchte, die viele zuvor erschufen. Deutsche Politiker zählen dazu zu den wenigen, sie sind in der Lage, selbst über ihr Salär zu bestimmen, einfach per Handzeichen [oder Stimmzettelchen] "Wollen Sie mehr, dann heben sie die Hand und sie bekommen mehr" Über wessen Gelder stimmen sie ab?
Grossaktionäre sind es auch, die in den relativ zeitlosen Genuß der Früchte der Arbeit der anderen kommen. Sie besitzen einen grossen Teil der Aktien von global operierenden Unternehmen, die damit auch weltweit -global eben- wertschöpfend tätig sind, also Geld sich vermehren lassen. Aktien sind an den Börsen der Welt immer ein Träger von Illusionen, geldwerte freilich.
Wer nicht Politiker oder Großaktionär [oder auch Erbe eines solchen] ist, ist nicht dabei, wenn es um das genießen der Früchte geht. Er ist in der Schaar der Schaffer, der Heger und Pfleger, derer die die Früchte zum geniessen (be) und (er)schaffen.Vom Lohn seiner Arbeit kann er in Deutschland immer seltener die Seinigen und sich ernähren, vom geniessen ganz zu schweigen. er will ja keine Schlösser bauen, will nur ein wenig teilhaben an und von dem, was er und seines gleichen mit Hand und Verstand hervorbringen.
Selbst wenn die sozialen Transferleistungen erhöht werden, wird das Problem nicht wirklich gelöst werden. Selbst wenn ein Mindestlohn in Deutschland flächendeckend eingeführt werden würde, betriebe man nur Fasadenkosmetik. Vollbeschäftigung dagegen gepaart mit einer Zuführung von sozialen Transferleistungen an wirklich zukunftsträchtige Punkte [Bildung und Kinderbetreuung um nur zwei zu nennen], würden dagegen eher etwas bewirken. Allein schon, wenn beide Elternteile erwerbstätig wären, wäre laut neuesten Armutsbericht eine Absenkung des Armutsrisikos von Familien auf unter 10 Prozent von derzeit 48 Prozent möglich

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