Freitag, Juni 13, 2008

Bildungsparabel im Fußball

Gegen Kroatien haben sie es gestern vergeigt, die Leistungsträger des deutschen Fußballs: 2 mal kam das Runde in das eigene Eckige und nur 1 mal schaffte man es in das andere Eckige. Nur sehr bedingt hat dieses Ergebnis mit deutscher Bildungspolitik zu tun, es ist aber symptomatisch für die Selbige.
Deutschland ist nicht mehr auf der Überholspur, Deutschland ist längst abgehangen. Bildungspolitik wird nun wieder einmal Chefsache. Das wurde sie schon einmal vor etwa 11 Jahren, in einer Rede von Roman Herzog, der damals Bundespräsident war. Heute, wie damals schon, ist deutsche Bildungspolitik nur verbal Chefsache - in der Realität kommt diese Chefsache nicht als Chefsache an. Real ist: Bildung, als Teil der nationaler Kultur, ist abhängiger denn je vom eigenen direkten wirtschaftlichen Erfolg. Schulen werden geschlossen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können; Lehrer haben ein Anforderungsprofil, das an die 60er und 70er Jahre erinnert und damals durchaus hochmodern war; lernen macht selbst Erstklässlern zunehmend nicht mehr so richtig Spass, weil sie es als Stress und damit als nicht honorierte Belastung empfinden. Bildung ist somit in Deutschland nicht Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg, Bildung selbst hat wirtschaftlich erfolgreich zu sein. In Bildung wird nicht investiert, Bildung hat zu erwirtschaften. Auch hier handelt deutsche Politik frei nach dem Motto: "Koste es was es wolle, Hauptsache es kostet nichts!" und "Zukunft ist morgen - dazwischen sind Wahlen."
Die Chefin der deutschen Politik mach nun Bildung wieder zur Chefsache. Verbal und mit Expertenrunden und Konferenzen. Es hat sich also nichts geändert in den vergangenen 11 Jahren und in einer Sache auch schon aus der Zeit davor: Politik wird bekanntlich an Kneipentischen gemacht, beim Schwätzen und nicht beim Handeln und Tätigsein. Diese Kneipentische stehen heute nicht mehr in der kleinen Kneipe in unserer Strasse, Sie heissen nun Rednerpult im Deutschen Bundestag, doch auch hier ist, wie es halt so ist im Leben: Die Karawane zieht weiter

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