Montag, Oktober 26, 2009

Wann auch eine Neueistellung unsozial sein kann...

"Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil. Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Menschen von der Arbeit zu befreien." - Götz Werner in einem Interview in der Stuttgarter Zeitung vom 2. Juli 2005
Ist das nicht unsozial? Gerade jetzt, angesichts steigender Arbeitslosenzahlen ist es doch gerade sehr sozial gedacht, wenn Unrternehmen einstellen, also Arbeitskräfte suchen, um diese dann zusätzlich, wie sie sagen, zu berschäftigen. Oder?
Nein, nicht unbedingt. Das Einstellen zusätzlicher Arbeitsdkräfte kann auch unsozial sein, denn es ist eben nicht die Aufgabe von Unternehmen, neue Arbeitsplätze zu "erfinden". Es ist in sozialer Hinsicht wohl eher
Ihre Aufgabe, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und zu sichern. Und so bedeuten zusätzliche Arbeitsplätze, weniger Arbeit und damit auch und vor allem weniger Lohn, für die bestehenden Arbeitsrechtsverhältnisse, also Arbeitsplätze. Vor allem aber dann, wenn schon derzeit im Unternehmen beschäftigte Arbeitskräfte nicht mehr als 4 bis 5 Stunden an drei bis Tagen in der Woche, statt 6 bis 8 Stunden an 5 bis 6 Tagen in der Woche beschäftigt werden. Wenn auch nur in einzelnen Abteilungen.
Statt befristete Arbeitsverhältnisse auslaufen zu lassen, vorhandene Arbeitnehmer weniger zu beschäftigen und gleichzeitig neue Arbeitskräfte einzustellen, wäre es sozialer und auch unternehmerisch langfristig sinnvoller, das vorhandene Humanstammkapital -wie man es ja so schön auch zu nennen pflegt- effizienter einzusetzen. Die Sicherheit der vorhandenen Arbeitsplätze wäre damit wohl eher gesichert, als durch zusätzliche Neueinstellungen. Damit wäre auch soziales Engagement des Unternehmens in der Belgschaft eher vermittelbar, als durch getätigte Neueistellungen.

Robert Bosch sagte einmal:
"Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe Geld weil ich gute Löhne zahle."

Man kann es heute sicherlich auch anders sagen, 'weil ich meine vorhandenen Arbeitsplätze effektiv auslaste, geht es uns im Unternehmen gut.' Und erst, wenn besser auslasten geht nicht mehr, dann sind neue Arbeitsplätze auch sozial. Oben beschriebenes Verhalten ist wohl eher Sozial-Missbrauch.

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