Samstag, Januar 05, 2013

Festgestellt: Lesen schafft auch neue Probleme

Lesen bildet, so heisst es. Und wenn es in Gesprächen mit den "Alteingesesessenen" um das Thema Bildung geht, geht es auch immer wieder um das Lesen von Büchern und auch darum, was denn "diese Jugend von heute so alles nicht mehr kann."
Zum Beispiel, so die Mär: Die Jugend von heute, kann nicht mehr richtig lesen. Naja, da wär doch dann auch einmal zu Klären: Was ist richtig lesen?
Bücher, so lernte ich sie noch von Großvater und aus der Schule kennen, waren gedruckte und dann fein gebundene Papiersammlungen. Sie standen (und stehen durchaus auch heute noch) zahlreich bei mir in Regalen, stauben dort vor sich hin und enthalten zahlreiche Buchstabenansammlungen, die wir gemeinhin dann auch Worte nennen. Eine mehr oder weniger geordnete Ansammlung von solchen Worten heißt dann wieder Satz und so weiter... Am Ende, wenn dann alles mit Druckerschwärze auf Papier gebracht und zusammengebunden wurde, nennen wir es Buch. Auch heute noch.
Bücher können auch anders sein. Digital - also in Form von "Bit und Byte" , in ihrer inneren Beschaffenheit also eigentlich nur in den Zuständen "ja" und "nein", will sagen 1 und 0. 
Bücher in solcher Form probierte ich in den letzten Jahren schon immer wieder einmal aus. Sporadisch zumindest. Auf dem PC (als ich noch einen solchen intensiv nutzte), dann den Laptop, dem Netbook und dem Tablet. Seit gestern auch auf meinem Handy.
Als pdf-Datei kann man solcher Art "Buchstabenansammlungen" auch recht einfach mit sich herum schleppen. Bisher. Das änderte sich, als ich vor einigen Monaten auf dem Tablet zum ersten Mal google-Books nutzte und aus dem Playstore mir die ersten Bücher auf das Tablet lud. Heines Wintermärchen war das erste Buch, Goethe mit seinem Faust folgte. Beide waren schon nicht mehr im pdf-Dateiformat, sondern als eBook geladen worden, was das Transportieren ausserhalb des Tablets etwas erschwerte. Beide waren aber auch im Datenvolumen wesentlich kleiner, als es eine herkömmliche pdf-Datei gewesen wäre. Dennoch der Nachteil: das Tablet ist nicht immer mit dabei.
Abhilfe schaffte nun ausgerechnet Amazon, mit seinem Kindel. Nicht der gleichnamige Reader, sondern die App für PC, Tablet und andere Androidgeräte (don't panic: auch Jünger des angebissenen Apfels können hier ihrer Leseleidenschaft frönen) Ein Problem war somit für mich gelöst: ich konnte Bücher immer bei mir haben, ohne zusätzlichen Ballast mit schleppen zu müssen. Ich konnte von nun an überall dort und an genau der Stelle weiter lesen, wo ich zuvor aufgehört hatte. Egal auf welchem Gerät ich zuvor gelesen hatte. Das Lesen ist nicht anders als zuvor mit dem gedruckten Buch: Buchstabenansammlungen aufsaugen. Aber: Schriftgrösse selbst bestimmen, Zeit und Ort und Gerät auf dem das Buch ist. Auch durchaus vorteilhaft.
Das Lesen auf dem Smartphone ist gegenüber dem Tablet ein wenig "guckbedürftig". Das Display eines Handys ist eben kleiner. Während ich ein eBook vom Laptop aus auch schon am TV Gerät gelesen habe, habe ich es mit dem Handy noch nicht probiert. Sollte via HDMI-Anscchluss aber durchaus auch gehen. Nur, wer nimmt schon ein TV Gerät als Bildschirm mit? 
Nun scheint sich aber offenbar ein neues Problem anzukündigen: Was mache ich mit meinen über 200 Büchern im Bücherregal? Altpapier?

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