Montag, Januar 21, 2013

#Mops suchte Möpsin - und weiter?

Angekommen ist auch unsere Mops Prinzessin Lilly nun. Die drei Stunden Autofahrt am Samstag hierher hat sie recht gut überstanden. Die innerliche Unruhe war ihr durchaus anzumerken; wenn man Lilly genau beobachtete - sonst fiel nur auf, dass sie recht viel und stark hechelte - naja der Hund hat eben Durst.
Diese Unruhe war es nebenbei auch, die Lilly zwei Nächte lang so gut wie Null-Schlaf verpasste. Hinzu kommt, dass - so habe ich heute bei unserem Tierarztbesuch erfahren -  Lilly an einer typischen Mops-"Erbgutkrankheit" leidet. Gegenwärtig wird dieses Syndrom offenbar in der Regel operativ d.h. mittels eines chirurgischen Eingriffes behandelt. Eine direkte Heilung gibt es dabei jedoch nicht, maximal eine lindernde Korrektur erblicher Fehlentwicklungen. 
In jedem Falle, muss sich nun auch Prinz Spiky an eine andere Ernährung gewöhnen: "Mein Fressnapf hat den ganzen Tag geöffnet und ist immer gut gefüllt" gilt ab sofort nicht mehr. In den zwei Tagen, die sie bei uns ist, hatte Lilly in nur einer Nacht auch geschafft, zwei volle Fressnäpfe leer zu putzen, was wiederum bei der Brachycephalie an der sie leidet, zu einem weiteren Ansteigen der Atemnot führte. Am Ende begann für Lilly damit ein Kreislauf, der schnell ein Teufelskreislauf wird: die Atemnot und innere Unruhe bedingen ein recht starkes Hecheln des Tieres, was wiederum nicht als Wohlbefinden wahrgenommen wird und somit zu weiterer inneren Unruhe und auch Atemnot führt und dann auch als "Herzrasen" wahrgenommen werden kann. 
Die kommenden Tage werden nun für beide Möpse auch der Beginn einer "gemeinsamen Gewichtsreduktion" sein. Lilly wog heute 8,5 Kg, während Spike bei seinem letzten Arztbesuch gut 11 Kg wog (und derzeit sicherlich noch mehr wiegen wird, dank Omas "guter" Pflege) Lilly wird dabei in den kommenden 3 Wochen etwa 1 Kg und Spike generell etwa 3 Kg Abspecken dürfen.
Generell sehe ich hier durchaus ein Problem: Der Mops ist zu einem "Modehund" degradiert worden. Teilweise ist er eine Art "must have"- Symbolfigur. Seine Nachzucht  kann offenbar schon als eine Nachproduktion bezeichnet werden. Tiere sind auch ein lukrativer Markt in unserer konsum~ und profitorientierten Gesellschaft. Lilly ist von ihrem Vorbesitzer "umständehalber" (wie man es so nett ausdrückt) abgegeben worden. Mit "umständehalber Abzugeben" pflegen wir ja einen Gegenstand zu beschreiben, der sich in unsere Lebensplanung nicht mehr so richtig integrieren lässt, den wir aber auch nicht so einfach "entsorgen" können. Was aber diese "umständehalber erfolgte Abgabe" beim "umständehalber abgegebenen Gegenstand", der ja auch ein Lebewesen ist, auslöst -  Wer fragt sich das in dieser Situation oder gar bei "Beschaffung"? was ist und geht in Mopshündig Lillys kleinem Kopf vor? Woran denkt sie? Was vermisst sie? ja, auch die vielleicht kitschige Frage: Wie empfindet sie? Wurde sie gefragt? Hat man es ihr erklärt? Wenn ja, hat sie es verstanden? Hatte sie selbst eine Option bei dieser Entscheidung?
Für Lilly wird es in der nächsten Zeit nicht einfach werden. So, wie sich heute insgesamt gab, ist ihr mopsiges Vertrauen in uns Zweibeiner erst einmal hin. Auch das alles lässt sie bestimmt nicht gerade zur Ruhe kommen

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