Sonntag, Februar 24, 2013

Schule - da geh ich nicht mehr hin!

Kinder - sie sind nicht nur "das Chaos auf zwei Beinen" und die Unruhestifter am heiligen Sonntag. Sie sind auch das, was uns davor bewahren kann (im Geiste zu mindest), alt und gebrechlich zu werden. 
In Anbetracht der recht üppig vorhandenen weissen Pracht - auch Schnee genannt - und der damit verbundenen Tatsache, dass wir in den vergangenen Tagen mindestens drei Mal am Tage Schneeschippen gehen durften, war auch der neue Berufswunsch bei meinem kleinen Weihnachtsmann und seinem grossen Bruder geboren: "Opa, ich werde einmal Schneeschipper!"
Diese klare Entscheidung der beiden Grundschüler, hatte einen eindeutigen Hintergrund. Sei durften heute morgen allein Schnee schieben, hatten dabei ihren Spass und machten das toll, worauf sie auch am Ende gelobt worden waren. Weiterhin schoben wir gemeinsam im Garten und vor der Garage Schnee -  es machte beiden Spass und sie sahen einen Erfolg. Und wiederum, sie waren gelobt worden, wegen ihrer tatkräftigen Hilfe. Schneeschippen verbinden beide nun in einem gewissen Teil auch mit Spass und Lob.
Spass und Lob - zwei Dinge, die beide in der Schule nicht immer erfahren. Oder nehmen Lehrer (so nennt man wohl Pädagogen auch heute noch, wenn sie in einer Grundschule tätig sind) allen Ernstes an, dass Aussprüche wie "Du bist Hartz4-Kind, aus Dir wird ja sowieso nichts." motivierend sind? Diese Typisierung von Kindern wegen ihrer sozialen Herkunft halte ich persönlich ebenso wenig motivierend , wie folgende Aussagen pauschal an eine gesamte 4. Klasse: "Ihr habt nicht einmal das Niveau der 1. Klasse, ihr bleibt sowieso alle sitzen!" Eben bei der letzten Aussage, sollte sich wohl mehr der Lehrer Fragen stellen, als die Grundschüler Vorwürfe bekommen
Spass und Lob sind wesentliche Motivationsfaktoren (nicht nur) beim Lernen. Jedenfalls lernte ich das auch einmal in den Pädagogikvorlesungen während meiner Studienzeit. Aber die ist lang her und die Zeiten haben sich geändert, pädagogische Modelle (wir durften uns noch mit A.S. Makarenko beschäftigen) auch. Nur sind Kinder heute wie damals sensibel, unberechenbar und ebenso auch uneingeschränkt brutal in Ihrer Reflexion der erfahrenen Wirklichkeit. Auch das machten beide Jungen in der jüngsten Vergangenheit deutlich: Sie verweigerten den Schulbesuch. Warum wohl?

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