Sonntag, März 31, 2013

"OTTO - find ich gut." - doch Amazon noch besser

OTTO findet eben nicht alles gut. Soweit eben, so gut auch.
Gestern Abend las ich im "ichsagmal-blog", dass der Chef des (einzig) übrig gebliebenen nennenswerten deutschen Versandhändlers OTTO vor einer neuen Internetblase warnt.
OTTO zählt nicht unbedingt wirklich zu den Big-Playern im Onlinehandel. Auch nicht in Deutschland. Beim Versandhandel via Katalog / Agentur / Internet = also im Mix = sieht es da schon ein wenig anders aus. Hier hat OTTO durch lokale und somit Kundennaher Repräsentanz der OTTO-Agenturen durchaus noch gute Karten. Vergleichbare Wettbewerber, wie einst Quelle oder Neckermann, gibt es aber auch nicht mehr. Man hat das entsprechende Klientel und damit den Markt in diesem Segment somit quasi für sich allein.
Anders die unter deutschen Einzelhändlern ungeliebte Konkurrenz: Amazon, eBay, Zalando & Co. Keine Agenturen vor Ort, keine Kataloge Quartalsweise  vor Omas Tür - nur eine Internetseite, Shop genannt. Öffnungszeit 24/7, Repräsentanz überall da, wo man Internetzugang hat. Und somit in so manchem Haushalt gleich mehrfach.
Was im vergleichenden Kampf um den zahlenden Kunden da zählt, ist neben dem Preis, vor allem der Service: Verfügbarkeit der angebotenen Ware, Breite des angebotenen Sortiments, Schnelligkeit der Lieferung, Retourenabwicklung. Bequemlichkeit beim Shopping einbegriffen.
Was den Service hier anbetrifft, hat Amazon eindeutig die Nase vorn. Als Kunde kann man Amazon & Co fast nur lieben. Als Warenproduzent oder Anbieter dort dann nicht mehr unbedingt. Was dem Kunden gefällt, muss der Anbieter ja nicht unbedingt auch mögen. 
One-Stop-Shops nach dem Motto: "einer für alles" sind es, was der zahlende Kunde bevorzugt. Wo er vorzugsweise sein Geld lässt, ist deutlich zu sehen, wenn man Amazon und eBay vergleicht. Dass bei eBay und Amazon nicht alles automatisch ein Schnäppchen ist, erkennt nur noch, wer zuvor recht aufwendig recherchiert. Da helfen auch Vergleichsportale wie idealo und billiger.de nicht immer wirklich. Amazon kann seine Preisparität zwar gern in die Vertragsbedingungen mit den Anbietern auf seinem Marketplace aufnehmen, doch wirklich durchsetzen kann Amazon diese Preisparität gegenüber den Anbietern nicht. OTTO & Co mit Ihrem Modell, sind auch hier Meilen entfernt von einem Kundenrun.
Was in der Branche zählt ist Umsatz und sein Wachstum. Absolut in Zahlen und als Rate. Eindeutig hat hier der Onlinehandel, der Versandhandel ausschließlich per Mausklick und Internet die Nase, will sagen die WachstumsQuote vorn. Dieses Wachstum belastet aber die Ertragslage. Anders rum aber sind Erträge nur (noch) möglich, wenn das Wachstum auch entsprechend da ist. Einstellige UmsatzQuote oder gar darunter, wie eben bei OTTO, reicht da  schon lange nicht mehr aus.
Gut, die Wachstumsraten im Umsatz gerade bei Zalando sind gigantisch und schwindelerregend. Die Verluste aber auch. OTTO ist da solider. Doch was nutzt auf Dauer alle Solidität, wenn man die Ware nicht entsprechend in Menge umsetzt?

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