Donnerstag, Juni 13, 2013

Desktop vers Tablet & Co: Auch für die Generation Silberhaar ist das Tablet super

Geplant waren in diesem Semester 2 Kurse zu dem Thema. Es ist aber normal, dass ein Kurs dann ausfällt, wenn statt der wirtschaftlich notwendigen 5 nur 4 Teilnehmer sich rechtsverbindlich eintragen. Somit gemacht worden ist nicht einer - mangels Beteiligung eben.  Aber das ist eigentlich ein anderes Thema.
Was bringt mir nun so ein Dingsbums von Laptop oder Tablet, wenn ich doch schon einen PC habe? 
"Ein Tablet für Senioren? So'n Quatsch! Alte Leute brauchen einen richtigen PC!"

Etwas verkürzt dargestellt, war so jedenfalls die Aussage eines "Kompetenten Qualitätsjournalisten" auf einer Veranstaltung der Seniorenakademie im vergangenen Jahr. Ich hatte hier den Laptop und das Tablet für Senioren klar favorisiert. Noch vor dem Smartphone und weit vor dem Desktop-PC. Heute bin ich da noch etwas drastischer: An Senioren sollte man nur Laptop oder Tablet verkaufen! Warum?
Der "gewohnte Desktop PC" ist noch immer ein guter Rechenknecht. Gut immer dann, wenn ich umfangreiche digitale Arbeiten an einem Platz tätigen will oder muss. Meist aber wird er in einer Ecke der Wohnung sein Dasein fristen und dort benutzt werden. Für viele Dinge: Videobearbeitung (also Schnitt, Vertonung, Mischen und so weiter), gleichzeitig Internet-Telefonie, Faxgerät, digitales Familienbilder-Archiv, Steuerzentrale für alle streamfähigen (und willigen) Medien im Hause und so weiter. Klare und typische Arbeiten für einen 75 oder 80-Jährigen?
Aus meiner Erfahrung, wollen die ab und an mal eine eMail schreiben, mal ein wenig Surfen, online Shoppen, hin und wieder auch mal einen Brief tippen... Ganz normale Office-Tätigkeiten also. Aber - und das wird gerade auch bei den Ü60 Freaks immer beliebter - nicht nur in der einen Ecke der Wohnung, da wo gerade der Platz für einen solchen Rechenknecht gefunden ward, weil er sonst nicht in das Design der Schrankwand von 1980 passt. Nein der Nerd-Opa will nicht in die Ecke, er will auch und zunehmend vor allem: auf dem Balkon, der Veranda, der Terrasse, im Garten und sonst wo seinem Hobby frönen. Nur an einem Ort nicht: der verstaubten Ecke. Und genau da ist dann der Laptop der richtige für ihn. auch für Oma ist er super: Rezepte kann sie auch damit ausdrucken, die Bilder der Enkel per eMail gekommen, sind dort auch zu sehen - sogar Solitär und Mahjong kann sie dort auch spielen. sogar in der Küche, wenn Opa nicht da ist und im Garten gerade den Rasen mäht. Hier ist der Laptop aus meiner Sicht das nahezu ideale Nerd-Opa und Nerd-Oma Gerät.
Und was bringt so ein Tablet? Man hat keine Tastatur, keine Maus, es passt keine CD da rein? Und immer ist der Bildschirm so verschmiert!
Es ist vor allem noch leichter das Tablet. Da es mit den Fingern unserer Hände "direkt über den Bildschirm gesteuert" wird, sind zusätzliche Tastatur und Maus gar nicht nötig, über eine zusätzliche Dockingstation aber dennoch optional möglich. Meine Bilder und Musiktitel kann ich auf dem Gerät selbst speichern oder aber in einer Cloud ablegen, auf die ich via WLAN / 3G Verbindung zugreifen kann. Die CD wird hier also unnötig. Auch bei der Installation von Programmen ist das so - CD einlegen und los, war hier einmal. Den jeweiligen App-Store aufsuchen und los installieren ist viel bequemer und auch in Hinsicht auf Aktualität des Programmes effizienter.
Das Tablet kann dann ebenso an den Fernseher angeschlossen werden, oder an einen grösseren Bildschirm via HDMI-Schnittstelle zum Beispiel. Somit kann auch der Rest der Gästeschar bei der monatlichen Kaffeerunde an der Show im Haus Nerd-Oma und Nerd-Opa hautnah dabei sein. Nix mehr mit  einem aufgeregtem "Hertha - Der Kaffee...!" wenn die Bilder der Enkelkinder am Kaffeetisch herum gereicht werden. Alle können jetzt gleichzeitig am TV sehen, was die kleine süße Susi da so macht. 
Und selbst das Telefonieren über das Internet geht an diesem Tablet. Wofür dann den Desktop-PC ? Da hinten in der letzten Ecke? Ist er billiger?
Wenn ihn die Kinder ausrangiert haben, sicher, denn er war ja ein Geschenk und einem geschenkten Gaul... Naja, er braucht mehr Strom in der Regel und in jedem Falle mehr Platz. Kleiner, manchmal preiswerter als Neugerät ist dann schon der Laptop. Vom Tablet will ich gar nicht reden. Die Preise sind nicht unbedingt im freien Fall. Wenn man den gewonnenen Freiraum und den Preis im Ladengeschäft dann gegenüber stellt, ist das Tablet vorn, gefolgt vom Laptop und abgeschlagen der Desktop PC. Auch die Verkaufszahlen zeigen das so.
Und mal ganz nebenbei: Meine eBooks sind auch preiswerter als die gedruckten Bücher. Und ich kann sie lesen ohne einen zusätzlichen eBook-Reader. Ich mache das am Laptop ganz selten, sehr oft aber am Tablet abends im Bett kurz vor dem Einschlafen. Die Schriftgröße kann ich mir sogar so einstellen, dass es dann passt mit der alten Brille.

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