Donnerstag, Januar 23, 2014

Ende mit Schrecken: #get-it-quick feuerte heute ca 90 #getgoods.de und #hoh.de Mitarbeiter

"Und Tschüß!" Um es kurz zu machen. Knapp drei Monate nachdem die getgoods.de - Vertriebs GmbH Insolvenz anmeldete, trennte sich nun die Conrad Tochter "Get-it-Qick GmbH" heute von 90 Mitarbeitern am Standort Frankfurt (Oder). Geschlossen wird damit der gesamte Logistik und Servicebereich in der Oderstadt. Das Unternehmen wird sich komplett neu strukturieren und künftig ausschließlich vom Standort Berlin aus operieren. Bis April 2014 soll das alles über die Bühne gegangen sein.

Eigentlich war auch kein anderes Ergebnis zu erwarten, wenn die Conrad-Tochter erst einmal die Bestandsaufnahme abgeschlossen haben wird. Am 04.12.2013 hatte die GiQ ja quasi die Katze getgoods.de - Vertriebs GmbH im Sack gekauft. Die Margen im Onlinehandel sind zu gering, um Prozesse aufwendig und unter Einsatz von Personal zu gestalten. Konsequente Prozeßautomatisierung - war hier Fehlanzeige. Statt dessen exorbitante Firmeneinkaufstouren und Krebsgeschwür ähnliches Wuchern statt gesundem Wachstum des Unternehmens. Geschuldet einem elementaren Managementversagen, unter dem auch hier wie üblich, die Mitarbeiter zu leiden haben, die täglich schon "die Kohlen aus dem Feuer" holen. Die, die sich den sprichwörtlichen Arsch aufgerissen haben, dürfen nun von Arbeitslosengeld und spätestens nach 12 Monaten auch von Hartz IV-Almosen leben. "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr darf nun gehen" - und sich künftig dann von staatlich bezahlten Jobverwaltern drangsalieren lassen.

Die heute geschassten haben zu einem nicht geringen Teil das Unternehmen HTM und danach getgoods von Beginn an mit aufgebaut. Abfindungen gab es für sie nicht. Ebenso gab es keine Arbeitnehmervertretung im Unternehmen. Bisher auch keine äquivalenten Ersatz- oder Nachfolgearbeitsangebote im Unternehmen oder der Region. Wo auch? Das Oderland bleibt somit offenbar das Land der Pleitegeier, in dem Arbeit noch immer konsequent und ausschließlich als  malochende Erwerbsarbeit verstanden wird. Arbeit darf hier noch immer nicht Selbstverwirklichung sein. Genau wie im restlichen Deutschland, wo noch immer als sozial gilt, was Arbeitsplätze schafft. Mit fatalen Folgen für jene, die die eigentliche Arbeit leisten. Denn auch im täglichen Sprachgebrauch werden jene noch immer als "Arbeitnehmer" tituliert, die durch ihre Maloche schaffen und die Leistungen erbringen. Obwohl keiner von ihnen nimmt - sie alle geben. Mit dem Verlust des Arbeitsplatzes aber wird ihnen nahezu alles genommen.

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