Dienstag, Februar 11, 2014

Tja die Fräulleins von der Agentur ... - plumper Psychoterror aber sonst kaum Substanz

Schon vor Jahren hatte ich als Dozent regelmäßig mit dem Problem zu tun und hätte können schier wahnsinnig werden: Das Internet-Portal "Jobbörse" des Arbeitsamtes war unbrauchbar, weil so gut wie nie erreichbar oder ständiger "Fehlermeldungsproduzent". Das Arbeitsamt gibt es nicht mehr, es ist jetzt modern und nennt sich Arbeitsagentur. Die besagte Jobbörse gibt es somit auch nicht mehr, dafür eine der Arbeitsagentur. 
Genau diese Jobbörse wurde ich nun aufgefordert zu nutzen. Von der Arbeitsagentur, also jenem Betreiber, der nicht mehr Arbeitsamt sondern Dienstleister sein will. Klar kein Problem dachte ich, erneute Aktivierung meiner Zugangsdaten und dann kann es los gehen. Mehr sollte es ja nicht sein dürfen.
Ich bekam dann auch nach zwei Tagen einen Brief mit meinen Zugangsnamen. Das Passwort sollte mit einem weiteren Brief kommen. Kam es auch, zwei weitere Tage später und mit diesem Brief [natürlich in einem weiteren separatem Brief] auch das sogenannte "Arbeitspaket". Drei Tage lang bekam ich am Portal dann den Hinweis angezeigt, das ein Login nicht möglich sei, aber man den Fehler beheben würde. So begann ich dann etwas verspätet online mein Profil auszufüllen und die Fragebögen [mit den selben Fragen und Antworten wie im Onlineportal] ebenfalls auszufüllen. Warum doppelt? Durch Agentur für Arbeit bin ich gleich am Telefon darüber belehrt worden, dass ich alles auch schriftlich vorzulegen habe, da mir ansonsten die  Versagung von Leistungen droht. Auch war ich aufgefordert worden, alle von mir ausgefüllten Fragebögen mindestens drei Tage vor dem ersten Gesprächstermin in der Agentur vorzulegen. Auch das erfolgte mit dem Hinweis: ansonsten können wir Ihnen die Leistung versagen. Vielleicht einmal einfach zur Erläuterung: Ich meldete mich nicht arbeitslos, ich wagte es, mich lediglich arbeitssuchend zu melden, um keine Fristen zu versäumen.
Der erste Gesprächstermin verlief dann ebenso interessant: Zuerst wurde ich aufgefordert, mich zum 01.April jetzt schon arbeitslos zu melden. Zum weiteren kam die Aufforderung, notfalls auch sofort meinen Arbeitsvertrag selbst zu kündigen, vor dem Kündigungstermin und zum dritten, kam die Aufforderung, sofort auch eine Tätigkeit in einem Callcenter wieder aufzunehmen. Bis auf Punkt eins lehnte ich jedoch die Aufforderungen als unangebracht ab. Was folgte: Der Hinweis auf die Option der Versagung von Leistungen. 
erstes Fazit nach diesem Gesprächstermin: außer plumper Psychoterror wenig Substanz und Kooperationsbereitschaft seitens der Agentur für Arbeit. Letzteres wurde durchaus deutlich gesagt, als man mir mitteilte: "Unser Ziel ist es nicht, ihnen eine Selbständigkeit zu ermöglich. Unser Ziel ist es, sie so schnell wie möglich wieder in eine versicherungspflichtige Tätigkeit zu bringen." Ein Konzept für eine eventuelle Selbständigkeit im Hauptberuf ist bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal abgefragt worden. 
Logisch, bei dem Leitbild und Selbstverständnis der Bundesagentur ...

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