Samstag, Mai 09, 2015

Streik - aber nicht beim Bowling

Streik - beim Bowling gibt es einen und auch im Tagesgeschehen. 
Seit gut einer Woche streiken hier in Ostbrandenburg nicht nur die Lokführer auf "Wunsch" der GDL sondern auch die Busfahrer auf "Wunsch" von Ver.di. Infolge dessen: Hier läuft nur noch der private Verkehr - öffentlich ist so gut wie alles tot. In Tarifauseinandersetzungen zwischen den Tarifparteien ist der Streik ein wirksames und legitimes Mittel, aber wie weit darf das dann eigentlich über die beiden Tarifparteien hinaus gehen? Ist es (noch) legitim, nicht beteiligte durch diese Auseinandersetzung zu schädigen oder im Worst-Case sogar zu eliminieren?
Der Spritpreis ist (ob nun Streikfolge oder nicht) auf gut 1,50 Euro je Liter Benzin gestiegen. Die Tankstellen sind gut frequentiert und die Nachfrage spiegelt sich im Preis dann logischer Weise wieder. Somit frech daher gefragt: Was verdienen die Gewerkschaften daran? Ist es denn schlussendlich so aus der Welt, zu vermuten, die bekommen `ne Provision der Ölkonzerne für den gestiegenen Umsatz? Schließlich kennen wir ja den Spruch: "Nichts ist unmöglich..."
Ver.di hat als eine der Hauptforderungen gegenüber den Busunternehmen die Forderung aufgemacht, dass Gewerkschaftsmitglieder einen höheren Lohn bekommen müssen als nicht Gewerkschaftler. Der andere Tarifpartner lehnt das natürlich strikt ab. Worauf Ver.di kontert: Wir haben garantiert den längeren Arm, wenn Ihr nicht wollt. Jo klar, liebe Gewerkschaft: eine Eurer Kernforderungen vor Jahren war einmal "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" und so ist es faktisch auch im Grundgesetz Artikel 3 festgehalten - Gleichheitsgrundsatz nennt man das wohl. Interessiert euch nun euer "Geschwätz von gestern nicht mehr" oder ist Euch auch vollkommen egal was dieses Grundgesetz zum Inhalt hat? Damit seit Ihr dann, zumindest gefühlt für viele Menschen in diesem Lade, ja konform zur derzeitigen Regierung. Der ist dieses Gesetz - zu mindest von diesen Menschen gefühlt - auch in etlichen Fragen schon vollkommen schnuppe. 

Sei es wie es sei: Die Forderungen beider Tarifparteien entbehren nicht jeder Daseinsberechtigung. Zumindest aber so scheint es mir, haben die Gewerkschaften hier das Augenmaß verloren, warum sie auch in Folge konsequenter Weise bisherige Schlichter und deren Angebote als PR-Gags der Arbeitgeber ablehnten. 
Über einen Streik beim Bowling freue ich mich auch weiterhin - aber über einen von GDL und Ver.di angezettelten Streik wird mir langsam übel. 

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